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N 57°21.213′ E 11°59.840′ – Vässingsö

Unseren Ostersonntag haben so verbracht, wie es uns am besten gefiel – bei 18º C, Sonnenschein und leichtem Wind, am Meer. Stundenlang sind wir ganz gemütlich über Stock und Stein geklettert, haben fotografiert, hunderte Steine bewundert, Picknick gemacht und die Natur in uns aufgesogen.
Ich habe meinen „Lieblingsstein“ von vor zwei Jahren wieder gefunden, was, wie ich selbst finde, eine stolze Leistung war. Schließlich wußte ich nur ungefähr, wo ich suchen mußte.
Mein Gesicht hat bei dieser Unternehmung einseitig Farbe bekommen. Die Sonne schien irgendwie immer von links auf mich herab… 😀
Abgeschlossen haben wir unseren wunderbaren Ausflug mit je zwei leckeren Kugeln Eis von unserem Lieblings-Eisladen. 🍦

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57°41’10.5″N 11°56’23.4″E – Slottsskogen Göteborg

Gestern hat uns der Sonnenschein natürlich unweigerlich nach draußen gelockt. Mit 8m/s Wind bei gerade mal um die 8ºC erschien uns das Meer allerdings nicht als ideales Ziel für einen langen Spaziergang. Da wir es in über 15 Jahren Schweden noch nicht geschafft hatten, den Slottsskogen ausgiebig zu erkunden – wir waren bisher fast immer auf der anderen Staßenseiten im Botanischen Garten Göteborg unterwegs – sagten wir uns gestern: Heute oder nie. 😀
Es war genau die richtige Entscheidung. Der Park ist einfach wundervoll. Noch eine riesige Oase mitten in der Stadt. Mit seinen 137 ha Größe erreicht er gemeinsam mit dem Botanischen Garten fast die Größe des Centralpark in NYC. Wir haben flächenmäßig gestern nicht einmal die Hälfe des Parkes „abgegrast“. Zeitiges Kommen sichert ja bekanntlich gute Plätze. Das traf für uns auf den Parkplatz zu. Als wir diesen später verließen, grenzte die Parkplatzsuche bereits an ein Glücksspiel…

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N 57° 35′ 31.25″, E 11° 54′ 34.67″ – Amundö

Das Wetter war an den vergangenen Wochenenden alles andere, als einladend für unsere Ausflüge. Auch gestern war es nicht unbedingt das, was man landläufig als „schön“ bezeichnet. Aber es hielt uns nicht daheim. Wir machten einen kleinen Ausflug an einen uns bis dato noch nicht bekannten Platz. Davon gibt es natürlich noch jede Menge…
Amundö ist eine Insel im südlichen Teil Göteborgs. Es gibt hier eine Bootsmarina, ein Meeresbad und ein Naturreservat.

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Vier Bibliotheken in vier Tagen…

… haben wir letzte Woche bei unserem DE-Kurzurlaub besucht.
‚Was machen?‘, hatten wir uns zuvor gefragt, denn „Urlaub im Norden“ hatten wir gestrichen. Allein die Umplanung hat mir dann schon viel Spaß gemacht. Dass es uns so gut gefallen und obendrein das Wetter so fabelhaft werden würde, das hatten wir nicht erwartet.
Wir begannen unsere Reise in Göteborg, wo wir die Fähre nach Kiel bestiegen. Vierzehn Fahrstunden (mit Kabine) bei zum Glück relativ ruhiger See – da kommt man morgens ausgeruht an und kann gleich den ersten Tag vor Ort voll genießen. Wir fuhren sofort weiter bis Hamburg, wo wir uns die Bibliothek der Hamburger Sternwarte ausgesucht hatten. Ein schönes, altes Gebäude, umgeben von mehreren kleineren Sternwarten. Die Bibliothek ist bezaubernd und die Bücher hochinteressant – vor allem, wenn man sehr gut Englisch kann und sich für Astrophysik interessiert.

Am Nachmittag reisten wir gleich weiter nach Oldenburg, wo sich die Landesbibliothek Oldenburg befindet. Abends besuchten wir noch das Zentrum Oldenburgs und waren sehr angetan vom angenehmen Flair, dem Leben auf den Straßen und auch von den vielen Radfahrern dieser Universitätsstadt.
Am nächsten Tag nahmen wir uns dann ein paar Stunden Zeit für die Bibliothek, die uns ebenfalls gut gefallen hat. Sie ist modern und licht, aber trotzdem „gemütlich“. Der Buchbestand ist erstaunlich. Vor allem, wenn man geschichtlich interessiert ist, kann man sich dort schnell verlieren…

Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es weiter in Richtung Hannover. Der Verkehr hat mich Nerven gekostet, muss ich gestehen. Ich bin ihn einfach nicht mehr gewohnt und irgendwie zu alt dafür. 😀 Glücklicherweise ist mein Mann ein erstklassiger Autofahrer und das Navi, in das ich letztes Jahr investiert hatte, ebenfalls sehr zuverlässig.
Mitten in Hannover besuchten wir am nächsten Tag unser drittes Reiseziel, die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Auch sie ist sehr modern, ebenfalls eine Landesbibliothek Niedersachsens, und hat einen sehr umfangreichen, vorwiegend wissenschaftlich geprägten Buchbestand.

Wir genossen danach noch sowohl das fantastische Wetter, als auch einen langen Spaziergang durch Hannover. Die Weiterreise zum „letzten Reiseziel“ war nicht ganz so nervenaufreibend für mich, da wir nur etwa 80 km zurücklegen mussten. Ich hatte zwei Nächte in einem sehr hübschen und gemütlichen Landgasthof in der Nähe von Königslutter gebucht…
An unserem letzten Urlaubstag war die Herzog August Bibliothek, und damit die dritte Landesbibliothek Niedersachens, unser Ziel. Überwältigend war für uns hier sowohl das Bauwerk, als auch der Buchbestand. Es war übrigens die einzige Bibliothek auf unserer Reise, in der wir Eintritt bezahlen mussten. Diese Gebühr war allerdings absolut gerechtfertigt. Diese unglaubliche historische Buchsammlung hat einen immensen finanziellen und einen nicht zu benennenden ideellen Wert. Wir hatten das große Glück, in der Bibliothek fast die einzigen Besucher zu sein und so in den Genuß einer „Exklusiv-Führung“ zu kommen. Eine leitende Angestellte der Bibliothek nahm sich fast zwei Stunden Zeit für uns, berichtete ausführlich über den historischen Hintergrund der Bibliothek und zeigte und erklärte uns alles genauestens. Vorgestern wurde in der Bibliothek eine neue Ausstellung eröffnet, die wir sozusagen schon vorab sehen konnten, da sie gerade fertiggestellt war. Wir waren rundherum begeistert und fasziniert.

Am Nachmittag ließen wir es uns bei sonnigen 15 Grad in der bezaubernden Innenstadt von Wolfenbüttel gut gehen und besuchten abschließend noch den Markt und den Kaiserdom in Königslutter.
Glücklich, gebildet, ausgruht und erholt traten wir am nächsten Tag die Heimreise an und waren kurz vor Mitternacht wieder in unserem Domizil.

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Das Bilder-Monatsmotto im Februar: „B“

Der zweite Buchstabe des Fotoprojekts „Buchstaben“ ist im Februar das „B“

Wir haben in der letzten Woche vier Bibliotheken besucht und tausende und abertausende von Büchern gesehen. Bildung in geballten Ladungen. Wahnsinn. Und wahnsinnig beglückend, dass Bildung in unseren Landen allen zugängig ist.
Auch wenn wir das als Bürgerrecht betrachten: Es ist ein hohes Gut!

Buchstabe B

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Als wäre es gestern gewesen…

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Schreibeinladung für die Textwochen 04.05.19 | Wortspende von Myriade

3 Begriffe in maximal 300 Wörtern


Die Tochter weiß sofort, dass sie jetzt die Position der starken Frau übernehmen muß.
Ihre Mutter hängt ängstlich zitternd und zu keinem klaren Gedanken fähig an ihrem Arm. Gemeinsam betreten sie die Wohnung und rufen sofort nach ihm, ahnen aber, dass sie keine Antwort bekommen werden. Ihr Blick geht in die Küche, deren Tür wie immer offen steht. Hier ist es ordentlich und unordentlich zugleich. Die meisten Dinge sind an ihrem Platz, aber ein paar Töpfe und Salatschüsseln stehen verstreut auf dem Fußboden und gebrauchtes Geschirr auf dem Herd.
Die Mutter zerrt sie ins Wohnzimmer, dessen Anblick alarmierend wirkt. Alle Türen der Schrankwand sind geöffnet. Papiere liegen in wildem Durcheinander auf dem Teppichboden. Hier und da Fotos dazwischen. Das Schlimmste aber: Sein Ehering ruht auf der seidigen Unterlage des geöffneten Schmuckkästchens. Warum?
”Ich habe solche Angst! Bitte, kannst du in die anderen Räume sehen?”, fleht die Mutter sie an.
”Ja Mutti! Gib mir deine Hand, wir machen das gemeinsam.”
Die Tochter öffnet Esszimmertür und Schlafzimmertür. Beide Räume sind leer. Sie nimmt all ihren Mut zusammen, zählt still bis drei und öffnet die Badezimmertür. Leer.
Sie ist so froh.
Doch schon drängt die Mutter sie, in den letzten kleinen Raum zu schauen, der noch übrig ist, wagt es aber nicht, in der Nähe zu sein und flüchtet in die vermeintliche Sicherheit des Wohnzimmers zurück.
Die Tochter tritt vor den Raum, legt die Hand auf die Türklinke und zwingt sich, diesen letzten Blick zu riskieren. Nach endlosen Sekunden öffnet sie die Tür.
Ganz schnell schließt sie sie wieder.
Sie rennt zu ihrer Mutter, nimmt sie in die Arme und fleht weinend: ”Bitte setz dich! Du mußt jetzt ganz stark sein!”
Es ist der Nachmittag des 24. Januar 1989.
Ihre Mutter ist jetzt Witwe und sie selbst hat keinen geliebten Stiefvater mehr.