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„Feuer frei!“ oder „Burning down the house!“ 🔥

Holzhäuser haben Vor- und Nachteile. Wie alles im Leben… Wasser da, wo es nicht sein sollte, ist ein großer Nachteil in einem Holzhaus. Denn es dauert nicht lange, und der Hausschwamm macht sich breit. Deshalb darf man hier in Schweden keine Wasserleitungen „hinter den Wänden verstecken“. Ehe man da einen Wasserschaden bemerken würde, wäre der Schaden wahrscheinlich meist schon groß und irreparabel.
So war es bei dem Haus, welches das hiesige Umweltamt zum „Abfackeln“ frei gegeben hatte.
Hätte man es abgerissen, hätte man den gesundheitsschädlichen Hausschwamm breit getragen. Die Entsorgung wäre zudem enorm teuer geworden, da es sich ja um Sondermüll gehandelt hätte.
Unsere Nachbarn (etwa 1 km von uns entfernt zählt ja hier noch zur direkten Nachbarschaft… 😁) hatten dieses Haus, dass nur eine „stuga“, also ein Freizeithaus war, vor wenigen Jahren gekauft. Sie wußten sicher schon von Anfang an, dass es nicht mehr bewohnbar sein würde. Ich nehme an, dass es billig zu haben war und ihr eigentliches Interesse dem Grundstück galt, auf dem es stand. Mittlerweile gibt es schon eine neue stuga, denn das Grundstück ist groß genug.
Das Genehmigungsverfahren für das Abfackeln hat seine Zeit gedauert. Bauamt, Umweltamt, Brandschutz mußten unter einen Hut gebracht werden, und die Bürokratie ist auch hier nicht von schlechten Eltern. 😅😉 Aber nun war es am vergangenen Samstag endlich soweit.
Natürlich darf man ein Haus nicht ohne entsprechende brandtechnische Überwachung abfackeln. Die Nachbarn haben aber das Glück, einen Feuerwehrmann ihr Eigen zu nennen in der direkten Nachbarschaft zu haben und zudem mit ihm befreundet zu sein. So war dieses wichtige Detail auch geklärt und brandtechnisch alles unter Kontrolle. Da es am späten Vormittag etwas windig werden sollte, war der „Zündzeitpunkt“ kurzfristig auf um sechs morgens vorgezogen worden. Wir waren aber sehr interessiert und zudem begeistert, zu diesem „Event“ eingeladen zu sein, sodass es uns nicht sonderlich schwer fiel, bereits fünf Uhr früh aus unseren warmen Betten zu kriechen.
Punkt sechs Uhr zündete der Hauseigentümer persönlich das Haus mit etwas Brandbeschleuniger und dem Feuerwehrmann an seiner Seite im ersten Stock an. „Warum im ersten Stock und nicht im Erdgeschoß?“, habe ich gefragt. Die Antwort erschien mir dann logisch: Damit der Brand nicht zu groß wird. Das Feuer sollte sich von oben nach unten durchfressen. Das hat es dann natürlich auch getan. In Windeseile, wie wir fanden. Nach weniger als zehn Minuten sah es da oben schon so aus:

Wir haben „das Treiben“ von sechs bis neun Uhr live verfolgt, sind immer wieder um das Haus herum gelaufen und haben zig Fotos von allen möglichen Stadien des Brandes gemacht. So etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage.
Es war sehr lehrreich und auch etwas beängstigend, wie rasend schnell so ein Holzhaus brennt, und dass es im Prinzip schon nach nur wenigen Minuten nicht mehr zu retten ist.

Am intensivsten brannte es nach etwa eineinhalb Stunden. Und nach drei Stunden war der Spuk eigentlich vorbei und es gab nicht mehr sonderlich viel zu sehen.

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Endlich wieder das Meer…

Ein paar Wochen waren wir nicht am Meer. Auch wir hatten hier mit der Hitze zu kämpfen. Die Trockenheit hat das Land noch immer voll im Griff. Für Wanderungen am schattenlosen Ufer des Meeres war es uns bisher zu warm. Jetzt haben die Temperaturen sich in Richtung „normal“ geändert. Also war es heute für uns höchste Zeit, wieder einmal am Meer „rumzuklettern“. Das Biskopshagens Naturreservat Väröbacka war zudem noch ein neues Ausflusziel für uns. Es ist, wie ich finde, traumhaft schön. Ein Sandstrand hat auch seine Reize. Seit wir aber hier leben, gefällt mir die schroffe, steinige, unglaublich abwechslungsreiche Landschaft hier an Schwedens Westküste um ein vielfaches besser. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Strandkörbe oder Strandbars sucht man hier vergebens. Dafür findet man vielleicht frei laufende Schafe oder Kühe auf weitläufig eingezäunten Strandabschnitten. Die Vegetation ist genau so abwechslungsreich, wie die Fauna. Die Buchten, Fjorde, Halbinseln und Inseln bilden eine einmalig schöne Landschaft. Wir sagen immer. „Hier hat der Liebe Gott bei der Verteilung schöner Fleckchen eine große Extraportion ausgeteilt.“ 😀
Wir haben so gut wie immer, wenn wir ans Meer fahren, unseren Rucksack dabei, denn wenn das Wetter es zuläßt, machen wir mindestens eine Rast mit Kaffee, oder Tee, etwas zu Essen und um zu verweilen und die Natur auf uns wirken zu lassen.
Egal, was mich (uns) vielleicht belasten mag, wenn wir am Meer sind, dann werden die Sorgen für diese begrenzte Zeit vergessen, oder zumindest ausgeblendet. Wir tanken positive Energie und hoffen, dass sie so lange, wie möglich vorhält.

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Einen der schönsten Orte in Schweden…

…haben wir letzten Sonntag mal wieder besucht. Wir waren schon x-mal da, aber wir kriegen nie genug. 🙂

Der Botanische Garten Göteborg ist einer der schönsten der Welt und wir lieben, lieben, lieben ihn. Die Lage ist einfach traumhaft. Eine 40 Hektar große Oase mitten in der Stadt. Mittendrin gibt es einen naturbelassenen Teil. Felsen, zu denen man hinaufsteigen, auf denen man ausruhen, Picknick machen und die Aussicht genießen kann.
Ich finde leider keine Angaben, aber ich schätze, dass es im Botanischen Garten mindestens 150 Bänke zum Verweilen gibt. Sie stehen überall. Auch an wunderschönen, verborgenen, schattigen Stellen.

Der erweiterte Botanische Garten ist sogar 175 Hektar groß, denn Teile des Naturreservates Änggårdsbergen gehören auch dazu. Auch hier waren wir schon wandern und finden die Natur wundervoll. Während ich dies schreibe, beschließe ich gerade, daß wir am Wochenende wieder einmal da hin müssen. Obwohl das Meer ein paar Kilometer entfernt liegt… 😉

Über den Weg durch Änggårdsbergen  „schleicht“ man sich sozusagen von hinten an den Botanischen Garten an und kann ihn durch einen Hintereingang betreten. Dieses Eingangstor könnte übrigens mal so etwas wie eine Durchsicht gebrauchen. Etwas Öl und vielleicht irgend eine Art „Dämpfer“ wären durchaus angebracht, denn als wir am Sonntag in der Nähe dieses Tors auf einer versteckten Bank unseren Kaffee tranken, fanden wir dieses laute „Scheppern“, jedesmal, wenn jemand den Garten betrat oder verließ, doch recht störend.

Im September gibt es im Botanischen Garten eine Woche, die der Sortenbestimmung von Äpfeln und Birnen gewidmet ist. Offen für jedermann. Man muß nur etwas Geduld mitbringen und sich in die Warteschlange eingliedern, will man zum Beispiel die Früchte des Apfelbaumveteranen aus Omas Garten bestimmen lassen. Eine tolle Aktion für die Erhaltung der Artenvielfalt, finde ich.

Ebenfalls im August und im September gibt es jeweils mehrere Tage zur Bestimmung von Pilzen. Ich denke, wir werden dieses Jahr dem Botanischen Garten an einem dieser Tage einen Besuch abstatten, denn als Pilzsammler und -esser kann so eine Aktion auch für uns sehr interessant und informativ sein.

Aber auch ohne Aktionstage gibt es für uns immer wieder Grund für einen neuerlichen Besuch.

 

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Schwedens schönsten Arbeitsweg…

… habe ich vielleicht nicht, aber ich kann sicher weit vorn mithalten. Zumindest, was bestimmte Abschnitte angeht. Vor allem jetzt im Frühjahr kann ich mich manchmal dem Reiz kaum entziehen. Nach bald 15 Jahren ist zwar alles zur Gewohnheit geworden, aber die Natur vermag mich immer wieder zu verzaubern. Und das eigentlich zu jeder Jahreszeit. Im Frühling sind es natürlich die vielen Blüten überall, speziell die Millionen Buschwindröschen und später die herrlichen farbenfrohen Lupinen. Ich sauge das frische Grün der Wiesen und Bäume regelrecht in mich auf und erfreue mich jedes Jahr wieder aufs neue an den Ponys und ihren Fohlen, an denen ich auch direkt vorbei fahre. In wenigen Wochen ist es wieder soweit…

Heute habe ich auf dem Heimweg kurz gestoppt, um ein paar Schnappschüsse zu machen.