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Fünfzehn Jahre…

Diesen Eintrag habe ich vor genau neun Jahren geschrieben. Bis auf nicht erwähnenswerte Kleinigkeiten ist er noch immer aktuell – nur eben neun Jahre älter… 😀

Zuhause im Drei-Kronen-Land Schweden

SchwedenfahneVor genau sechs Jahren haben wir Deutschland verlassen und sind nach Schweden ausgewandert.

… Ausgewandert klingt aber für mich ziemlich blöd. Wir sind ja nicht zu Fuß gegangen. Das hat man vor vielen, vielen Jahren sicher so gemacht, als man noch nicht über öffentliche und private Verkehrsmittel verfügte. Aber selbst damals wäre es nur mit „Wandern“ für uns wohl nicht bis nach Schweden gegangen. Da hätten wir dann mindestens mal auf einen sehr, sehr kalten Winter hoffen und warten müssen, um übers Wasser gehen zu können.

Wir sind mit zwei Pkws und einem Lkw – bis unters Dach voll beladen mit all unserem Hab und Gut – Richtung Norden gefahren und haben uns, da angekommen, auf die Fähre nach Schweden begeben.
Ich habe alles noch sehr, sehr deutlich vor Augen… Ist ja nun auch noch nicht sooo lange her.

Ich weiß noch, daß ich auf dem Weg zur Fähre wirklich…

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Nicht zu schaffen… – Wortspende 37+38/2018

abc-Etüden – Schreibprojekt.
Drei Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Wortspende von 365tageasatzaday.wordpress.com


Es war schon kurz vor zwei. Anhalten, um etwas zu essen, würde er am späten Nachmittag. Er durfte jetzt keine Zeit verschwenden. Keine einzige Minute. Im Gegenteil, er mußte etwas mehr aufs Gaspedal treten, als erlaubt, um die 37 Tonnen Bandstahl bei der Firma Wulpertinger in Küsseln abzuliefern, bevor sich dort die Betriebstore schlossen. Sie würden erst am Montagmorgen wieder geöffnet werden. Dann stünde er mit der Last auf dem LKW das ganze Wochenende in dieser Einöde und es würde wieder nichts werden mit wenigstens einem Tag Wochenende in der Uckermark bei seiner Freundin. Es war sowieso die Frage, wie lange ihre Beziehung noch halten würde. „Nie bist du da!“, warf sie ihm vor. „Wenn du sagst, dass du diesmal pünktlich am Freitagabend hier aufschlägst, dann kann ich fast schon sicher sein, dass es frühestens Samstagmittag wird!“. Sie hatte ja Recht. Er war ein Zeitoptimist. Als Kraftfahrer auf Langstrecke war das ein großer Fehler. Drei Jahre machte er diesen Wahnsinn jetzt schon mit. Sonntags abends punkt 22 Uhr ging es los. Alles war fein ausgetüftelt. München, Innsbruck, Bozen, Venedig und zurück. Laden, zuladen, ausladen, umladen, zuladen, ausladen. Das war schon ein Brocken, wenn alles reibungslos lief. Aber wann war das schon jemals der Fall gewesen? Immer kam etwas dazwischen. So dumm konnte man teilweise gar nicht denken. Staus und Unfälle, Umleitungen, unvorhergesehene Zwischenstopps um nur ja die zulässige Last immer bis an die Grenze auszunutzen, übervolle Autobahnparkplätze, Reifenpannen, aufgeschlitzte Planen, falsch ausgefüllte Frachtpapiere, unauffindbare Adressen für das Beladen der Rückfracht oder Strecken, die für das Befahren mit dem LKW nicht zugelassen waren. Das korrekte Fahren nach Fahrtenschreiber war nicht nur Kunst, es war Zauberei. Genau, wie freitags abends wieder zuhause zu sein. Aber wen interessierte das schon? Und er war so müde

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N 57°21’22.9″ E 11°57’20.9″ – Naturreservat Hållsundsudde-Sönnerbergen

Den geplanten Meeresbesuch des letzten Freitag im August verlegten wir auf den ersten Sonntag im September, denn das Wetter war am Freitag schlecht, am Sonntag dafür wunderbar. Als wir unsere Rast auf einer Bank in der Sonne machten, war es uns fast etwas zu warm. Der Sommer hatte sich noch einmal kurz zurück gemeldet.

(Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.)

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N 57°26’55.8″ E 12°04’11.5″ – Hanhals Holme

Dass die Sonne nicht immer scheint, zeigen unsere Meeresbilder vom vierten Freitag im August. Der Himmel hatte eine recht spektakuläre, fast schon etwas bedrohliche Färbung angenommen und die Landschaft in ein ganz eigenes Licht getaucht. So schlimm, wie wir glaubten, kam es dann aber doch nicht. Nach einem kurzen Starkregen, vor dem wir in einer Strandhütte Schutz fanden, war das Gröbste bereits überstanden und das Wetter beruhigte sich schnell wieder.

(Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.)

Auf dem Heimweg sahen wir sogar noch zwei Elchbullen, von deren Anblick ich fasziniert war. Mein Mann war weniger beeindruckt, da er die beiden schon mehrmals auf seinem Arbeitsweg gesehen hatte. Ich habe ein Foto „erzwungen“… 😀

Elchbullen 2

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N 57° 15′ 18.55″, E 12° 5′ 15.90″ – Biskopshagens Naturreservat

Seit ein paar Wochen fahren wir, wenn möglich, jeden Freitag nach der Arbeit ans Meer. Jedes Mal an eine andere Stelle, aber nicht von langer Hand geplant. Der Rucksack mit Kaffee und einer Kleinigkeit zu Essen und die Kamera dürfen natürlich nicht fehlen. Wir bleiben solange wir Lust haben, klettern ein bißchen über Stock und Stein, setzen uns auf einen Felsen, reden über Gott und die Welt, lassen die Seele baumeln und lauschen dem Rauschen der Wellen. Fast schon tiefenentspannt fahren wir irgendwann heim und haben noch das ganze Wochenende vor uns. Ein herrliches Gefühl, nur leider nicht von langer Dauer. 48 Stunden später ist dieses „ganze Wochenende“ schon wieder so gut wie vorüber. Der Montagmorgen hat die Klinke in der Hand, und der Freitagnachmittag ist nur noch eine schöne Erinnerung. Die kann uns aber keiner mehr nehmen. 😀

Am 10. August waren wir da, wo wir schon am Sonntag zuvor waren. Der starke Wind hatte uns noch einmal hingelockt, denn wir wollten uns die an die Felsen schlagenden, größeren Wellen noch einmal aus der Nähe ansehen. Der Wind war ein paar Stunden zuvor noch stärker, aber da waren wir noch mit Geldverdienen beschäftigt… 😉

(Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.)

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Geschüttelt und gerührt…

Kunterbunt Gemischtes – fein säuberlich in Zeilen sortiert… 😀

  • Innerhalb von vier Tagen habe ich auf meinem morgendlichen Arbeitsweg acht! Elche gesehen. Vermutlich sieht es mit ihrer Nahrung im Wald nach dieser langen Trockenperiode nicht sehr rosig aus. Ebenfalls der Trockenheit ist es geschuldet, dass die sehr gut tragenden Apfelbäume bereits viele ihrer Früchte abwerfen. Das wiederum freut die Elche, für die Falläpfel eine Delikatesse sind.
  • Unser Vogelhaus füllen wir seit Wochen täglich und reichlich mit Futter. Auch Meisenbälle gehen in rauen Mengen weg. Es herrscht mehr Spektakel im und rund ums Vogelhaus, als im Winter. Es wird wohl daran liegen, dass es durch die Trockenheit in diesem Sommer deutlich weniger Insekten gibt. Und Regenwürmer suchen die Vögel sicher auch vergeblich.
  • Vor zwei Wochen haben wir an einer Führung im hiesiegen AKW teilgenommen. Sie war unglaublich interessant und informativ und wurde mit einem Kaffeetrinken der Teilnehmer, einiger Mitarbeiter des Infocenters und des leitenden Ingenieurs der Führung abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Ingenieur waren wir die Letzten, die das Infocenter schließlich verließen, denn wir haben die Gelegenheit zur Stellung uns bewegender Fragen liebend gern und intensiv genutzt.
    KW
  • Einer meiner Lieblingskollegen und enger Mitarbeiter bat mich letzte Woche aus gutem Grund um Hilfe, bzw. Informationen bezüglich Geschwindigkeitsüberschreitung auf deutschen Autobahnen. Anhand des Bußgeldkataloges konnte ich ihm gleich sagen, was er geldtechnisch zu erwarten hat. Bei 35 km/h über dem Limit ist er mit 120 Euronen dabei. Das ist zwar nicht billig, aber gerechtfertigt. Hier in Schweden wären es übrigens 3.600 Kronen (ca. 360 Euro). Gestern bat er mich dann um Übersetzungshilfe, denn die Post aus Deutschland war eingegangen. Das Ausfüllen des Schreibens war natürlich für mich ein Klacks. Und es waren tatsächlich genau 35 km Überschreitung angegeben. Witzigerweise konnte mein Kollege nun auch gleich für seinen Papa ein fast identisches Schreiben mit ausfüllen, dass dieser dann nur noch unterschreiben mußte. Die Radarkamera in Deutschland war die gleiche, das Tempo allerdings noch um weitere 15 km/h höher. 160 Euronen sind von ihm zu berappen. Hier in Schweden gäbe es eine Anzeige und es würde minimum 4.000 Kronen kosten. Fazit meinerseits: Wenn man mit dem Auto von Schweden bis Kroatien fährt und nicht alle Zeit der Welt hat, dann ist das Risiko, in Deutschland zu schnell zu fahren und geblitzt zu werden, sicher sehr hoch. Hier sind wir diese hinterhältig aufgestellten Radarkameras nicht gewohnt. Bei stationären Kameras wird man IMMER vorher per Verkehrszeichen gewarnt. Sie sollen erzieherisch auf den Autofahrer wirken und sind nicht vordergründig zur Geldabzocke aufgestellt.
  • Gestern hatte mein Chef unerwartet seinen siebenjährigen Enkelsohn für den halben Tag mit auf Arbeit. Ein netter und aufgeweckter Junge, der seinem Opa schon sehr ähnlich ist… 😀 Die Information, dass die Tagesbetreuung (es sind noch Ferien) geschlossen sein würde, bekamen die Eltern des Jungen am Abend zuvor. Tolle Leistung – alle Achtung! K 02Da hat man ja noch jede Menge Zeit und Möglichkeiten, seine Kinder anderweitig unterzubringen. Und obwohl ich zur Zeit auf Arbeit kaum noch weiß, wo mir der Kopf steht, und mich am Rande eines Kollapses bewege, habe ich ihm seine Fragen an mich beantwortet und auch versucht, ihn zwischenzeitlich ein bißchen zu beschäftigen. Das Ergebnis ist dieses einzigartig gestaltete K. Ich werde es irgendwo aufhängen oder aufstellen, denke ich. 🙂
  • Ebenfalls gestern hatten mein Liebster und ich nachmittags noch eine Begegnung ganz ausgefallener Art. Uns kam auf der Straße eine Kuh entgegen. Ganz allein schlenderte sie am Rand entlang und schwenkte dann nach rechts in einen Waldweg. Wir haben bei dem uns bekannten Bauern nachgefragt, ob das vielleicht seine Kuh sei, was er verneinte (er hat nicht gesagt: „Nein, die ist ja in der Küche.“ 🤣). Allerdings glaubte er, nachdem er ein Bild auf meinem Handy sah, zu wissen, wohin diese Kuh gehört und versprach uns, sich um das Tier zu kümmern.
    Kuhbilder
  • Bis auf weiteres werden wir uns jetzt immer freitags nach der Arbeit in Richtung Meer aufmachen, um dort einfach den Moment zu genießen, ein bißchen rumzuwandern und zu -klettern, den Kopf frei zu bekommen und somit das Wochenende auf eine wunderbare Art einzuläuten.Meer