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Der Liebesbrief – Wortspende 29/18

Seit Wochen verfolge ich interessiert, amüsiert und gespannt die „abc-Etüden“ von Christiane. Heute beteilige ich mich erstmals daran. 🙂

 

Martina Bach-Stelzig, von uns allen seit Ewigkeiten nur Bachstelze genannt, ist die Aushilfsorganistin unserer Kirche in Gallig-Neunheim, dem Ort, in dem wir zusammen aufgewachsen sind und direkt nebeneinander wohnen.
Martinas Eltern betreiben die Gastwirtschaft ”Zum grünen Zweig” in vierter Generation, da Martina jedoch keine Geschwister, dafür aber jetzt zwei Berufe hat, die sie beide sehr mag, wird sie den Gasthof nie im Leben weiterführen. (3) Nach der Schule hat sie Uhrmacherin gelernt und als sie fünfundzwanzig war, auf dem zweiten Bildungsweg ein Psychologiestudium begonnen, das sie vorletzte Woche mit Erfolg abgeschlossen hat.
In zwei Tagen werden wir ihr zu Ehren im Gasthof eine große Party feiern, von der sie noch nichts weiß, denn wir haben ihren Eltern das Versprechen abgenommen, dass sie Martina gegenüber kein Sterbenswörtchen verlieren. Wir, das ist die Clique, die es schon seit der Schulzeit gibt und von der bis auf Gully und Elvira alle zur Party kommen werden.
(6) Seit Jahren bin ich unsterblich in Martina verliebt, habe aber bisher nie den Mut aufgebracht, es ihr zu sagen. Da ich befürchte, dass sie nun über kurz oder lang in die Landeshauptstadt ziehen wird, muß ich diese vielleicht letzte Gelegenheit nutzen und mich ihr offenbaren. Seit drei Tagen versuche ich, einen witzigen Brief mit einem Gedicht an sie zu schreiben, aber bisher bin ich über die ersten beiden Zeilen: “Meine liebe Bachstelze, du bringst mein Herz zur Kernschmelze” nicht hinaus gekommen. (9) Wenn mir nicht bald wenigstens zwei weitere Zeilen einfallen, werde ich den Brief wegwerfen und ihr eben nur das große, herzförmige Vogelhaus schenken, das ich selbst gebaut und in das ich unsere Initialen geschnitzt habe. Ich befürchte nur, dass sie dann denkt, dieses Geschenk sei von Steffe, dem Tischler unseres Ortes, denn wir haben dummerweise die gleichen Initialen, und Steffe hält mit seinem Interesse an Martina nicht hinter dem Berg.

6 Kommentare zu „Der Liebesbrief – Wortspende 29/18

  1. Was für eine süße Geschichte! Da bleibt ja nur zu hoffen, dass ihm noch ganz dringend mindestens zwei weitere Zeilen einfallen, denn er darf die Chance nicht einfach dem Tischler überlassen! Und danke für die „Kernschmelze“, dass sie auch bei dir nicht politisch ist!
    Und damit, last but not least, willommen bei den Etüden! Schön, dass du uns gefunden hast! Du darfst auch gern mehrfach pro Woche, falls es dich packt, das weißt du, ja?
    Liebe Grüße
    Christiane (mit normalerweise weniger Ausrufezeichen)

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    1. Dankeschön, liebe Christiane! Dein sehr positiver Kommentar freut mich und macht mir Mut, mich demnächst wieder zu beteiligen.
      Sebastian Morgenrot – so heißt der schüchterne Liebesdichter – sucht noch immer krampfhaft nach den fehlenden beiden Zeilen, denn er weiß, dass Steffe es mit Martina nicht ernst meint. Das Risiko, die Liebe seines Lebens auf so profane Weise zu verlieren, ist „Sebbo“ einfach zu groß. 😉 😀

      Gefällt 1 Person

    1. Bei deiner Wortspende konnte ich es erstmals nicht lassen. 😀
      Ich danke dir für deine aufmunternden Worte und kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass dies zwar mein erster, aber nicht meine letzter Beitrag für die Etüden war.

      Gefällt 1 Person

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