Freizeit · Göteborg

Hat größtenteils Spaß gemacht, …

…der Ausflug gestern.

Es war nicht eben ein Kinderspiel, in das von mir gewünschte Parkhaus zu finden, denn im Zentrum Göteborgs wird an der Verkehrsführung gebaut, die ohnehin nicht leicht zu durchschauen ist. Dennoch waren wir pünktlich um 10 Uhr vor Ort. Die Aktivitäten, die wir besucht haben, fanden innen, bzw. im Zelt statt, weshalb wir das Wetter weitest gehend mit Mißachtung strafen konnten. Ich habe mir dennoch im Vorbeigehen in der Touristeninformation einen neuen Schirm gekauft, der gleich erraten läßt, wo ich ihn her habe… Winking smileUmbrella

Wir haben uns unter anderem über neuartige Stoffe und innovative Ideen betreffs Solarenergie informiert. Eine mannshohe Fotografik hat uns genauestens erklärt, welche chemischen Elemente sich wo in unseren Smartphones befinden. Das ist echt der Wahnsinn. Umso weniger verständlich ist, daß in unserem Alltag immer wieder von allen Seiten versucht wird, uns das neueste Modell als überlebensnotwendig aufzuschwatzen. Sowas kotzt mich an. Ich selbst habe zur Zeit nicht einmal ein eigenes Handy, sondern nur das Firmenexemplar. Und das ist ein Windowsphone! Ich komme damit bestens zurecht. Es macht tolle Fotos und Musik könnte ich damit auch hören. Mache ich aber nur äußerst selten. Die eine oder andere (im Prinzip unnötige) App kann ich mit diesem Operativsystem nicht haben, aber das habe ich bis jetzt unbeschadet überlebt, und ich werde es wohl auch weiterhin tun. Nur schade, dass keine Nokia-Modelle mehr als Windowsphones hergestellt werden, denn irgendwann muß ich ja vermutlich mal ein neues Exemplar haben…

Um die Mittagszeit haben wir in einem etwas abgelegeneren Café in Nordstan einen Kaffee getrunken. Ich fand es etwas befremdlich, dass der Kellner uns fragte, ob wir Englisch mit ihm sprechen könnten. Aber vielleicht hätte ich froh sein sollen, daß er nicht statt dessen Suaheli oder Japanisch gesagt hat. Kann ich nämlich gar nicht. Seid mir nicht böse, aber ich finde, daß man mitten im größten Einkaufszentrum der zweitgrößten schwedischen Stadt wenigstens leidlich Schwedisch sprechen können sollte, wenn man da als Kellner arbeitet.

Was ich allerdings noch schlimmer fand, kam etwas später: Wir waren ganz in der Nähe der Saluhallen.*  Sohnemann verspürte plötzlich den Drang, zur Toilette zu gehen, weshalb wir die Saluhallen betraten. Die Toilette war schnell gefunden. Die fünf Kronen für die Benutzung nicht ganz so schnell zusammen gekratzt, denn man benutzt ja hier nur noch selten Bargeld. Dann schwante uns schon, dass es bei der Benutzung des stillen Örtchens zu leichten Komplikationen kommen könnte. Denn das stille Örtchen wurde nach Aussage anderer Notdürftiger plötzlich auch zum finsteren Örtchen. Als Sohnemann seine fünf Kronen entrichtet, die Tür ordnungsgemäß geöffnet und hinter sich von innen geschlossen hatte, dauerte es ca. 20 Sekunden, bis das Licht draussen von Rot (besetzt) auf Grün (frei) umsprang. Und es war naturlich genau, wie ich sofort vermutete: Das Licht im stillen Örtchen ging aus. Hätte nun jemand seine fünf Kronen in den Bezahlschlitz gesteckt, dann hätte er umgehend die Toilette betreten und benutzen können – allerdings gemeinsam mit meinem Sohn. Aber immerhin: Für ca. 20 Sekunden hätten die “beteiligten” Personen erst  mal Licht gehabt… Surprised smileLight bulbClock

Diese Vorstellung fand ich etwas verstörend und wir waren willens, die Objektleitung umgehend von dieser “Funktionsstörung” zu informieren. Aber, wie von uns nicht anders erwartet, haben wir natürlich nirgends eine Information gefunden, wo sich selbige befindet. Die Angestellte an einem Stand, die wir fragten, teilte uns halbherzig mit, dass am Wochenende niemand vor Ort sei und sie auch keine Telefonnummer habe. Sie würde aber sobald wie möglich “Bescheid geben”. Für den Begriff “Servicewüste Deutschland“, den ich früher oft gehört habe, habe ich hier in Schweden nur noch ein müdes Lächeln übrig. Was uns hier im Laufe der Jahre an kleinen und größeren Servicemängeln schon so alles unter gekommen ist, das übersteigt alles mir persönlich bekannte in Deutschland bei weitem.

Wirklich schön war es dagegen einige Zeit später wieder, als wir im Science-Fiction-Buchhandel waren. Ein unglaublich breit gefächertes, zu großen Teilen englischsprachiges, Angebot an Literatur, Spielen, Filmen und Sammler-Accessiores gab es da. Ich habe mir, häufig schmunzelnd, mit diesem Buch ein bißchen die Zeit vertrieben, während Sohnemann die Regalreihen nach seinen Interessen durchstöbert hat. Um einige hundert Kronen erleichtert, dafür mit zwei Büchern und einer DVD für seine Eltern Winking smile verließ er an meiner Seite später den Laden.

Ein wenig befaßten wir uns noch mit Philosophie  (auch ein Thema, das uns beide interessiert) im Themenzelt des Festivals, bevor wir gegen 16 Uhr die Heimreise antraten. Wir haben über all die Stunden unglaublich viel geredet. Über alles, was uns interessiert und beschäftigt. Das ist etwas, das ich liebe, da sich unser beider Interessen an vielen Stellen überschneiden und wir beide uns meist für die Gedanken und Ansichten des anderen interssieren und wir immer wieder unseren Horizont erweitern.

* Beim Verlinken habe ich gemerkt, dass es zwar einen Tab für die englischsprachige Version dieser Seite gibt, das Anklicken des selbigen aber nichts bringt. Mir scheint, den Eigentümern/Betreibern der Saluhallen geht es etwas zu gut. Kundennähe scheint nicht (mehr) ihre oberste Priorität zu sein.

2 Kommentare zu „Hat größtenteils Spaß gemacht, …

  1. Da fällt mir sofort das Wochenende ein, wir waren mit einem Busunternehmen in Berlin und als wir unser Zimmer bezogen, standen wir wortwörtlich ohne Strom da, keine Steckdose ging und Bad stockdunkel. Ja wir kommen vom Dorf, da drückt man auf den Schalter und hier mußten wir einen Kärtchen in einen Schlitz stecken. Habe ich rausgefunden als ich die Rezeption angerufen habe. Vom Dorf hat. Aber es ging uns nicht nur alleine so.

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