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Rückkehr in kleinen Schritten

Nach Tagen geht es mir nun etwas besser. Aber leider kann von gut noch nicht die Rede sein.
Am Mittwoch war ich dann doch beim Arzt. Es ging nicht anders. Bis fünf Tage darf man ja hier in Schweden ohne Krankenschein zuhause bleiben, wenn man sich krank fühlt, wobei der erste Tag immer ein unbezahlter Karenztag ist. Danach gibt es 80 Prozent vom Lohn.
Für die unter euch, die noch nicht wissen, wie das hier so geht mit dem Arztbesuch, schreibe ich das nochmal kurz:

Wenn man sich so krank fühlt, daß man meint, einen Arzt aufsuchen zu müssen, dann ruft man am selben Morgen in seiner Vårdcentral (ähnlich einer Poliklinik früher im Osten…) an. Ein sogenanntes „Drop in“ gibt es in dieser Vårdcentral nicht. Natürlich ist erstmal schön das Besetztzeichen zu hören. So fünf, sechs mal muß man es schon versuchen. In meiner Vårdcentral ist es so, daß, wenn nicht gleich eine Krankenschwester antwortet, man seine Telefonnummer mit der Tastatur eingibt und dann von einer Computerstimme gesagt bekommt, wann man zurück gerufen wird. Etwa 20 Minuten nach meinem Anruf war dies der Fall. Diese Zeitspanne fand ich absolut ok.
Wenn man denn also zurückgerufen wird, dann will die Krankenschwester ziemlich genau wissen, welche Beschwerden man hat, denn man bekommt nicht immer einen Arzttermin. Oftmals geht man auch nur zu einer Krankenschwester, deren medizinische Ausbildung hier allerdings viel umfangreicher, als in Deutschland ist.
In meinem Fall kam das aber aus zwei Gründen nicht in Frage: Zum einen bestand der Verdacht einer ansteckenden Krankheit und zum anderen brauchte ich einen Krankenschein vom Arzt. Mir wurde zudem gesagt, daß ich aufgrund des Risikos einer Ansteckung anderer Patienten einen separaten Eingang benutzen sollte.
Ja. Den kannte ich allerdings noch nicht. Obwohl ich mir den Weg am Telefon beschreiben ließ, fand ich diesen Eingang natürlich nicht gleich, ich Trotteline . Also bin ich schön bei eisigem Wind um das halbe Gebäude gewandert und doch erstmal zum Haupteingang rein. Dort konnte ich aber auch gleich an der Kasse meine obligatorischen 100 SKR (umgerechnet z. Zt. etwa 11 Euro) bezahlen und mir den Weg nochmals erklären lassen. Als ich den Eingang dann doch noch gefunden hatte, war ich mittlerweile fast einmal komplett um den Komplex gelaufen…
Auf den Arzt mußte ich maximal fünf Minuten warten. Er war wieder mal ein Exemplar der kompetenten Sorte. Das ist ja absolut nicht selbstverständlich. Andreas hieß er. Ihr wißt: Wir reden uns hier prinzipiell nur mit den Vornamen an und duzen uns.

Langer Vorrede kurzer Sinn: Ich habe höchstwahrscheinlich eine Virusinfektion mit diversen Nebenwirkungen. Der Blutdruck hat dem Doc auch nicht gefallen. Und da ich wohl sehr blaß war, wollte er auch gern noch mein Blut untersuchen lassen. Bitte, gern. Ich will ja selbst sicher sein, daß damit alles ok ist. Auf die Schwester habe ich dann ganze zwei Minuten gewartet und die Blutabnahme ging wie immer reibungslos. Da ich bis dato keinen Anruf vom Arzt bekommen habe, darf ich davon ausgehen, daß mit meinem Blut soweit alles in Ordnung ist. Den Blutdruck muß ich in ca. vier Wochen mal auf Arbeit von der monatlich einmal dort erscheinenden „Schwester Stefan“ messen lassen. Ja ihr lest richtig: Hier sagt man tatsächlich „Schwester“, auch wenn die Schwester eigentlich ein Bruder ist… .

Wenn nun endlich der Aufwärtstrend anhält und ich wirklich auf dem Genesungswege bin, dann trete ich Montag wieder zur Arbeit an. Ein minimales Risiko einer Lungenentzündung besteht aber, und wenn irgend etwas darauf hinweisen sollte, dann hat natürlich ein erneuter Anruf bei der Vårdcentral Vorrang.
Mein allgemeines Wohlbefinden läßt, wie oben erwähnt, noch sehr zu wünschen übrig. Aber momentan finde ich die üblen Rückenschmerzen am lästigsten, da ich hierdurch so stark in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt bin. Ich will mir aber auch nicht irgendwelche Hammertabletten einwerfen…
Auf jeden Fall kann ich zumindest schon wieder etwas klarer denken und mich konzentrieren. Wird auch echt Zeit nach diesen „Tagen im Nebel“ .

Ich denke, morgen mache ich mich dann wieder ans Kommentieren und Lesen. Ich wünsche euch auf jeden Fall allen einen schönen Freitag Abend und ein wunderbares Wochenende. Und keine Angst, wenn ihr bis hier hin gelesen habt: Ich garantiere euch, mein Blog ist nicht virenverseucht .

Bis morgen also die Drei

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Zitat des Tages

Die meisten Menschen machen
das Glück zur Bedingung…
Aber das Glück findet sich nur ein,
wenn man keine Bedingungen stellt…

Artur Rubinstein
polnischer Komponist
28. Januar 1887 bis 20. Dezember 1982