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Sechs Jahre…

SchwedenfahneVor genau sechs Jahren haben wir Deutschland verlassen und sind nach Schweden ausgewandert.

… Ausgewandert klingt aber für mich ziemlich blöd. Wir sind ja nicht zu Fuß gegangen. Das hat man vor vielen, vielen Jahren sicher so gemacht, als man noch nicht über öffentliche und private Verkehrsmittel verfügte. Aber selbst damals wäre es nur mit „Wandern“ für uns wohl nicht bis nach Schweden gegangen. Da hätten wir dann mindestens mal auf einen sehr, sehr kalten Winter hoffen und warten müssen, um übers Wasser gehen zu können.

Wir sind mit zwei Pkws und einem Lkw – bis unters Dach voll beladen mit all unserem Hab und Gut – Richtung Norden gefahren und haben uns, da angekommen, auf die Fähre nach Schweden begeben.
Ich habe alles noch sehr, sehr deutlich vor Augen… Ist ja nun auch noch nicht sooo lange her.

Ich weiß noch, daß ich auf dem Weg zur Fähre wirklich saumüde war, denn wir waren viele Stunden unter Vollstreß auf den Beinen. Auf der Fähre haben wir dann allerdings ein paar Stunden geschlafen.

Ein guter Freund hat uns übrigens auf dieser Fahrt begleitet. In Deutschland hat er alles mit eingepackt, in Schweden dann hat er alles wieder mit ausgepackt und ist am nächsten Abend mit dem Lkw wieder mit heimgefahren. Er wird sich sicher auch noch sehr genau erinnern…

Hier hatten wir natürlich beim Ausladen und Einräumen ins Haus auch noch ein paar helfende Hände. Innerhalb von ein paar Stunden hatten wir den kompletten Lkw geleert und alles erst einmal im Haus untergebracht.

Jetzt – sechs Jahre später – sitze ich gemütlich auf dem Sofa, der Kamin spendet wohlige Wärme (denn es sind nur jämmerliche 5 Grad Celsius draußen), und von Streß ist heute keine Spur.

Die Bilanz nach sechs Jahren: Ich habe es noch keinen Tag bereut, Deutschland den Rücken gekehrt zu haben. Trotz der Probleme, die wir gerade in den letzten Wochen und Monaten hatten. Aber diese Probleme bleiben ja in keinem Leben aus. Sie tauchen auf, völlig unabhängig davon, wo man lebt. Da es im Leben ständig auf und ab geht, wird es auch hier schon bald wieder aufwärts gehen.

Wenn mich heute jemand fragt, ob ich ihm das Auswandern nach Schweden empfehle, dann kann ich nur antworten, daß das eine sehr individuelle Entscheidung ist. Es ist ein nicht eben kleiner Schritt, auch wenn ich persönlich ihn damals trotz allem nicht als sehr groß empfunden habe…

Die Bedingungen für einen „Neuanfang“ haben sich, wie ich finde, deutlich verschlechtert. Ist man nicht gerade Pensionär oder Arzt, dann sind die Chancen, seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, kleiner geworden. Ich möchte aber hier klarstellen, daß ich kein objektiver Ansprechpartner für dieses Thema bin.

Ich habe mittlerweile einige Schweden ins Herz geschlossen, und bin sehr sehr froh, sie kennen gelernt zu haben. Der Kontakt mit anderen Menschen ist nicht sehr schwer herzustellen, wenn man ein offener Mensch ist, dem es leicht fällt, auf andere zuzugehen. Dafür habe ich ja meinen Mann. Ich selbst bin wohl doch anfangs etwas zurückhaltend. Diese Zurückhaltung gibt sich aber recht schnell, wenn ich jemanden mag.

Außerdem gibt es ja, Gott sei Dank, noch all meine Lieben in Deutschland. Denn wir sind zwar nicht mehr dort, aber auch nicht aus der Welt.

LaptopUnd last but not least habe ich mittlerweile mit euch so tolle, liebenswerte Blogfreunde, die mir nicht weniger bedeuten und die ich auf keinen Fall missen möchte. Durch euch bin ich meiner alten Heimat noch immer in vielen Dingen sehr nah. Ich bewege mich sozusagen oft zwischen den Welten. Ich finds cool.

14 Kommentare zu „Sechs Jahre…

  1. Im Urlaub waren wir vorher zweimal in Schweden.
    Wir wollten schon jahrelang irgendwie weg von Deutschland.
    Skandinavien war auch irgendwie klar. Norgwegen kannte ich schon Jahre vorher, und ich dachte immer, das sei für mich nicht zu toppen. Aber da könnte ich, glaube ich, nicht leben. Zu lange zu dunkel…
    Bis ich dann nach Schweden kam… In Schweden habe ich mich Hals über Kopf verliebt. Hinzu kommt auch, daß wir hier bei einer befreundeten Familie Urlaub gemacht haben und somit auch schon etwas mit Land und Leuten bertraut gemacht wurden. Irgendwann ging dann alles ganz schnell. Von der Entscheidung bis zum Umzug hat es, glaube ich, nur drei bis vier Monate gedauert.

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  2. Schweden ist wohl das Traumland vieler Menschen, aber wenige Menschen haben den Mut, diesen Schritt zu wagen.
    Ich wünsche Euch noch viele glückliche Jahre in diesem Traumland!

    Liebe Grüße von InneVer

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  3. Ja, liebe InneVer, das denke ich auch. Und, wie ich schon schrieb: Ich glaube, die Bedingungen für einen Neuanfang hier sind mit den Jahren deutlich schwieriger geworden.

    Es gehören auch eine Reihe glücklicher Umstände zum Gelingen. Jedenfall in unserem Fall.

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Sonntag, deine Berta.

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  4. Ich kenne Schweden aus vielen Urlauben und bin auch ganz begeistert von dem Land. Aber leben möchte ich hier.
    Es ist schön dass ihr nach sechs Jahren sagen könnt, dass alles so richtig war. Und ja, Schwierigkeiten gibt es überall. Ich wünsche euch, das ihr euch weiterhin in Schweden wohlfühlt.

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  5. Hallo, liebe Mimi!

    Nein, ich finde Schwedisch nicht so schwer (für uns), da es auch eine germanische Sprache ist. Vieles ist ähnlich. …und vieles ist anders :)) .
    Es gibt eine paar „Töne“, die für uns schwer auszusprechen sind, aber das lernt man mit der Zeit halbwegs…

    Und die Landschaft und die Luft hier sind wirklich super, da wir ja mehr oder weniger im Wald wohnen und zum Meer auch nur etwa eine halbe Stunde fahren.

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